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ZUKUNFT DER ARBEIT

Teilzeit

Verhindern Steuer- und Versicherungssystem Beschäftigungswachstum?

Ehegattensplitting und die kostenlosen Krankenversicherung von erwerbsfähigen Angehörigen scheinen als Beschäftigungsbremse zu wirken:

Das Ehegattensplitting veranlasst besonders Frauen, keine oder nur gering qualifizierte und damit gering entlohnte Tätigkeiten anzunehmen. Dies hat weitere Folgen: Der Aufstieg von Frauen in führende Positionen wird damit nachweislich behindert. Das versperrt für gewöhnlich auch den Weg zu höherem Einkommen. Bei Männern wirkt genau diese Tatsache - neben anderen Faktoren - so, dass sie sich nur äußerst selten auf Teilzeitarbeit einlassen.

Eine höhere Teilzeitquote dagegen hätte viele Vorteile: Mehr Menschen kommen in Arbeit. Normalfall Teilzeit funktioniert auch für Führungspositionen, wodurch auch eine Karriere in Teilzeit wahrscheinlich wird. Mehr Frauen erzielen eigene Ansprüche an Renten- und Arbeitslosenversicherung, was höhere Renten bedeutet, oder sich als bessere Situierung im Fall von Ehescheidung auswirkt. Väter wie Mütter können die Familienaufgaben gleichberechtigt annehmen. Vermutlich wird die Abschaffung des Ehegattensplittings sogar das Überstundenvolumen reduzieren.

Das System der kostenlosen Mitversicherung in den Krankenkassen wirkt einer eigenen Erwerbstätigkeit von Frauen ebenfalls entgegen. Andere Bedingungen im Steuerrecht und im Krankenversicherungssystem können also den Grad der Erwerbstätigkeit erhöhen. Durch eine Steigerung der Erwerbstätigkeit steigt die Zahl der Versicherten bei gleichzeitig sinkenden Risiken und Lasten für die Versicherungen. Das führt zu einer Senkung der Beiträge für alle Sozialversicherungsarten. Beitragssenkungen reduzieren die hohen Kosten des Faktors Arbeit, welche derzeit die Konjunkturbelebung zusätzlich dämpfen.

Auch wenn diese großen Räder auf Bundesebene bewegt werden, nimmt das Zentrum Zukunft der Arbeit durch die regionale Thematisierung dieser Zusammenhänge Einfluss auf die gesellschaftliche Diskussion und Entscheidungsfindung.

Ob wir nicht grundsätzlich an einer Schwelle zu einem anderen Arbeiten und Leben stehen, zeigt sich nicht nur an Arbeitsformen wie Telearbeit oder Vertrauensarbeitszeit, sondern wird von Wirtschaftswissenschaftlern, Soziologen und Philosophen international thematisiert. Weiter...

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